ganz schön bareiss
Bareiss Schreinerei + Wohnen | Sonnenweg 7 | Thayngen | T 052 649 44 04 | F 052 649 44 14

Presse

Bericht in den SN vom 14.11.14
Die Schreinerei von Christian Bareiss in Thayngen
entwirft und fertigt moderne Massivholzmöbel und repariert auch Stühle und Biedermeiersofas.

VON Ulrich Schweizer

“Znünizeit in der Halle 7 am Sonnenweg 7: Schreinermeister Christian Bareiss, der Schlosser Roman Brühlmann, die Schreiner Matthias Bührer und Moritz Krebs, der Schreinerlehrling Basil Braun und der Maurer Markus Winzeler haben sich zu Kaffee und Gipfeli versammelt. Zeit für private Gespräche und auch zum Fachsimpeln; so entsteht von selbst eine Art Familienfoto. «Seit 20 Jahren arbeiten in unserer Werkstatthalle mehrere Betriebe unter einem Dach», erklärt Bareiss. «Sie gehört dem Zimmermann und Weidlingsbauer Urs Kohler und mir, wir teilen uns die Infrastruktur und die Grossmaschinen.» Früher stand in der Halle die grosse Anlage einer Sägerei und Zimmerei, 1993/94 mietete man sich mit dem Snowboardbauer Markus Cotti ein, der seine Bretter der Marke «Steep and Deep» bis nach Japan verkaufte.

Dorfschreinerei und Möbeldesign
«Cotti war zu klein, um im grossen Stil zu expandieren, aber zu gross, um als Kleinbetrieb weiterzumachen», erinnert sich Bareiss. «Wir dagegen bleiben klein und machen Grosses», fährt er mit einem Lächeln fort und wird konkret: «Wir arbeiten breit: Als Dorfschreinerei flicken wir auch mal Stühle, richten Schubladen, die klemmen, und erstellen Wärmedämmungen. Für Miriam Schär in Guntmadingen stellen wir Sitzmöbel des 19. Jahrhunderts instand, die sie dann mit frechen Stoffen bezieht. Und schliesslich planen, gestalten und produzieren wir Möbel, Innenausbau und ganze Küchen im Auftrag. Dabei arbeiten wir mit verschiedenen Materialien, neben Massivholz und Holzwerkstoffen auch mit Stahl, Glas und Stein.» – Wird so eine Küche denn nicht viel teurer? «Nein», antwortet Bareiss, «denn wir arbeiten sehr effizient, haben keine Wartezeiten und einen sehr schlanken Verwaltungsapparat. Natürlich braucht es wesentlich mehr Engagement, selber Möbel und Küchen zu entwerfen und zu planen, dafür können wir so den direkten Kontakt zu den Kunden pflegen, und unsere Mitarbeiter sind glücklich, da sie sehr spannende Arbeiten ausführen können..» Spannend wird es auch, wenn der Denkmalschutz und die Feuerpolizei verschiedener Meinung sind: «In einem Altstadthaus in Schaffhausen entschied der Denkmalschutz, dass die Jugendstilwohnungstüren erhalten werden müssen, die Feuerpolizei bestand aber auf Brandschutztüren. Wir haben schliesslich eine passende Lösung erarbeitet.»

Inspiration durch Urs Roesch
Nach der Meisterprüfung arbeitete Christian Bareiss bei Möbel Roesch in Diessenhofen. «Der Kontakt mit Urs Roesch war extrem inspirierend für mich», erinnert er sich. «Neben konventionellen Möbeln entwarfen wir Einzelstücke und entwickelten sogar eigene Beschläge.» Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachleuten setzt Bareiss jetzt in der Halle 7 fort, mit der Zimmerei Kohler, dem Schlosser Brühlmann und weiteren Fachleuten aus der Einrichtungswelt. Seit Beginn seiner Selbständigkeit setzte Bareiss neben den eigenen Produkten auf einige namhafte Lieferanten wie Hüsler-Nest und Varier Furniture: «Wir haben eine kleine, aber feine Wohnausstellung auf zwei Etagen, wo wir unsere eigenen Prototypen zeigen, dazu das Hüsler-Nest-Programm zum Probeliegen und Klassiker zum Sitzen wie den Bequemstuhl Move.» Der Selbstversuch zeigt: Dieses Modell von Varier hat die Eigenschaften eines Sitzballs, ist aber ein richtiges Möbel.

Hüsler-Nest und heimisches Holz
Möbel aus heimischen Harthölzern, dafür schlägt das Herz des Thaynger Schreinermeisters Christian Bareiss. Bei den Betten in seiner Ausstellung sind die Inhalte von Hüsler, die Bettgestelle Eigenkreationen aus Massivholz, Apfelbaum oder Nussbaum. Mit Holz von Apfelbäumen arbeitet Bareiss gern, obwohl das nicht ganz einfach ist: Es ist selten und extrem hart, die Stämme sind sehr kurz, erreichen kaum je eine Länge von zwei Metern, und oft sind sie drehwüchsig. Für die Wellnessoase Terra Nova an der Vordergasse 28 in Schaffhausen hat Bareiss aus Thaynger Mondholz Tische mit Baumkante geschreinert – mit den genauen Koordinaten, wo die Bäume gewachsen sind.

Geschenke von bleibendem Wert
«In unserer Ausstellung erleben wir immer wieder schöne Geschichten: Da kamen Leute, denen ich das nicht zugetraut hätte, und wollten Massivmöbel für ihre Kinder machen lassen – den Nussbaum brachten sie selber mit, er hatte im Schrebergarten des verstorbenen Schwiegervaters gestanden» – in der Werkstatt steht ein stabiler Tisch aus Massivholz – «ein Geschenk der Eltern an ihren Sohn, der jetzt mit 26 Jahren von daheim auszieht», sagt Bareiss. Wer keinen eigenen Baum mitbringt, kann in der Kollektion von Musterbrettern wählen: Ahorn, Esche, Buche unbehandelt und gedämpft, Ulme, Erle, Nussbaum, Kirschbaum, Birn- und Apfelbaum, Robinie, dazu natürlich alle heimischen Nadelhölzer.